Permakulturhof Vorm Eichholz

Ein Ort zum nachhaltigen
Lehren – Lernen – Erfahren – Experimentieren – Kultivieren – Publizieren

Die Basis jeder Gesellschaft und Kultur ist die Grundversorgung der Menschen mit gesunden Lebensmitteln. Um diese zu gewährleisten, wurden jahrhundertelang rund um das Wohnhaus Hausgärten angelegt und auf landwirtschaftlichen Höfen in Bauerngärten und auf umliegenden Feldern Gemüse und Feldfrüchte angebaut und Tiere gehalten.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich regionale, an den Standort angepasste Kultursorten (Pflanzen) und Kulturrassen (Tiere), die heute vom Aussterben bedroht sind und deren Erhalt für die Artenvielfalt erstrebenswert und notwendig ist. Durch die Industrialisierung und Globalisierung der Landwirtschaft entstanden die heute weit verbreiteten Monokulturen beim Anbau von Gemüse, Obst und Getreide sowie die problematische Massentierhaltung. Dies und die um sich greifende Verstädterung führten zum Verschwinden von alten Kulturlandschaften, ländlichen Wohn- und Arbeitsstätten wie Kotten und Hofschaften sowie der hier gepflegten Kulturtechniken.

Der Mensch als Teil der Natur hat die Möglichkeit und Aufgabe, durch kritische Fragestellungen, Beobachtungen und Reflexion der Kulturgeschichte seiner Lebensräume zu lernen und diese permanent zu verbessern. Der Erfolg dieses Bestrebens ist am möglichst gering gehaltenen „ökologischen Fußabdruck“ ablesbar. Immer unter Berücksichtigung der politischen, ökologischen, ökonomischen wie sozialen Zusammenhänge. Ziel ist eine stetige Optimierung statt ewigen Wachstums.

Permakultur ist im Kern ein Konzept zum Aufbau stabiler, landwirtschaftlich produktiver Lebensräume. Dazu gehören natürlich auch unsere kulturellen und natürlichen Lebensräume in ihrer ganzen Vielfalt und Unterschiedlichkeit. Permakultur basiert auf ökologischen Entwurfskriterien, der Ethik einer wertorientierten Arbeit und auf den einmaligen, standortspezifischen Gegebenheiten eines Ortes. Permakultur zielt auf die Schaffung und  Erhaltung von dauerhaft zukunftsfähigen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Systemen.

Zunächst für die Landwirtschaft entwickelt, werden die Prinzipien der Permakultur inzwischen auch auf Bereiche wie Energieversorgung, Landschaftsplanung und die Gestaltung sozialer Infrastrukturen angewendet. Permakultur  versteht sich als eine Handlungsanleitung für eine wachsende Zahl von Menschen, die sich Gedanken machen, wie wir die Selbstorganisationsprinzipien der Natur auch in Stadt und Land umsetzen können. Es geht dabei konkret darum, dass sich jeder Einzelne in seiner Selbstverantwortung Schritt für Schritt einer nachhaltigen Gestaltung seiner individuellen und sozialen Lebensräume widmet. Ganz in diesem Sinn beginnen immer mehr Menschen begeistert zu gärtnern, um ihre Stadt wieder „grüner und essbarer“ und damit „lebenswerter“ zu gestalten.

Allgemeine Zielsetzungen

Der gemeinnützige „Permakulturhof Vorm Eichholz e.V.“ will genau hier ansetzen und Menschen bei der Umgestaltung ihrer Städte unterstützen. Er will Lern- und Erfahrungsort sein, beispielhafte Lösungen aufzeigen und Vernetzung fördern. Hier sollen Menschen Strukturen, Ressourcen und Räume für eigene Aktivitäten finden.

Der Hof bietet dazu vielfältige Möglichkeiten, Ideen baulich, gärtnerisch und gemeinschaftlich zu entwickeln, umzusetzen, darzustellen und für alle begreif- und überprüfbar zu machen. Der Hof soll ein Experimentierraum und eine zukunftsorientierte Ausbildungsstätte für alternative Gestaltungs- und Anbaumethoden sowie Energiekonzepte sein. Interessierten Menschen wird Wissen vermittelt und werden Anregungen gegeben, um selbst aktiv zu werden.

Der „Permakulturhof Vorm Eichholz“ wird so in naher Zukunft ein lebendiger Anschauungs- und Erlebnisort für alle sein, die sich für eine nachhaltige Entwicklung interessieren und engagieren.

Unsere Wege zum Ziel

Vermitteln und werben:
In vielfältigen Seminaren, bei Führungen und Vorträgen wird interessierten Personen der ganzheitliche Ansatz des Permakulturprojekts sowie Einzelaspekte nachhaltigen und regionalen Wirtschaftens anschaulich dargestellt, detailliert beschrieben und möglichst auch praktisch erprobt.

Selber machen und erleben:
Interessierten Gruppen und Einzelpersonen bietet der Verein im Rahmen eines Gesamtkonzepts die Möglichkeit, für Teilbereiche des Hofes Verantwortung zu übernehmen und diesen Bereich eigenständig zu entwickeln und zu bewirtschaften.

Teilen und genießen:
In einer Gemeinschaftsküche können Erzeugnisse des Hofes verarbeitet, (ein-)gekocht und verzehrt werden. Etwaige Überschüsse des Hofes werden den Besuchern angeboten. Offene Werkstätten bieten Raum für Kreativität und gegenseitige Hilfe. In Gesprächsrunden teilen wir uns mit und entwickeln uns gemeinsam weiter.

Bewahren und lernen:
In Gebäudeteilen sind Ausstellungen, eine Gerätesammlung und ein Archiv zur Geschichte der Landwirtschaft und des Gartenbaus sowie des bäuerlichen Lebens geplant.